Weiter zum Inhalt

Auslobung

ZIELE DES STAATSPREISES

Das Land Niedersachsen, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, lobt seit 1996 alle zwei Jahre den Staatspreis für Architektur aus, seit 2002 in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen (AKNDS). Der Staatspreis für Architektur wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Architektur im Rahmen eines Festaktes in Hannover verliehen.

Es ist der Landesregierung ein besonderes Anliegen, baukulturelle Leistungen in Niedersachsen durch vielfältige Unterstützung in breiter Form anzuregen und zu würdigen. Die Landesinitiative Baukultur hat daher die Stärkung und Weiterentwicklung der Baukultur in Niedersachsen zum Ziel. Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur als höchste Architekturauszeichnung des Landes ist zentraler Baustein der Landesinitiative Baukultur.

Der thematisch fokussierte Staatspreis gibt alle zwei Jahre einen Überblick über das aktuelle Baugeschehen im Land. Das Wettbewerbsergebnis und damit die teilnehmenden Projekte werden in Niedersachsen und darüber hinaus präsentiert. Mit der breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit, darunter die Internetpräsentation und die Wanderausstellung der ausgezeichneten Arbeiten, schafft der Staatspreis ein Qualitätsbewusstsein und hilft, Maßstäbe dafür zu erarbeiten und zu etablieren.

Der Niedersächsische Staatspreis für Architektur 2022 steht unter dem Titel

ÖFFENTLICHES (UM-)BAUEN – AUF DEM WEG ZUR KLIMANEUTRALITÄT

Öffentliche Bauten prägen unseren Alltag, ob als Schule, Kindergarten, Bibliothek, Museum, Krankenhaus, Sportstätte, Seniorenheim, Rathaus oder sonstige Infrastruktureinrichtung. Sie definieren das Erscheinungsbild sowie die öffentliche Wahrnehmung und Atmosphäre in einer Kommune. Damit stellen sie bedeutende Qualitätsanker im baukulturellen Kontext dar.

Öffentlich genutzte Gebäude und Anlagen prägen das soziale Miteinander und bilden das dauerhafte Gerüst einer Gesellschaft im Wandel.

Zukunftsfähige Städte und Gemeinden leisten ihren entscheidenden Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz, wobei gerade von öffentlichen Bauten eine Vorbildwirkung ausgeht. Deshalb werden im Wettbewerb energetisch und ökologisch optimierte, klimafreundliche öffentliche Gebäude als Neubau- und/oder Sanierungs- bzw. Modernisierungsprojekte erwartet. Bei Neubauten sollten die eingereichten Projekte Beispiele für ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen, auch bezogen auf die Lebenszyklusbetrachtung aufzeigen. Ein besonderes Augenmerk gilt auch klimaschonenden Lösungen aus dem Bereich des Um- und Weiterbauens. Schließlich spielt die Sanierung des Gebäudebestands eine essenzielle Rolle beim Klimaschutz. Damit können auch Projekte eingereicht werden, die insbesondere in der Gesamtbilanz das enorme Energieeinspar- und Klimaschutzpotenzial im Gebäudebestand bei Um-, An-, Ausbau und Modernisierung dokumentieren.

Der Staatspreis soll beispielhafte Planungen öffentlich genutzter Gebäude und Anlagen im städtischen und ländlichen Raum auszeichnen, die flexible sowie zukunftsfähige Planungs- und Nutzungskonzepte aufweisen, in ihrer baukulturellen Qualität überzeugen und durch die Aufwertung ihrer Umgebung zum gemeinwohlorientierten Gewinn für die Gesellschaft werden. Das Spektrum reicht von Bildungs- und Kulturbauten über Sozial- und Gesundheitsprojekte, Versorgungsbauten, Freiflächengestaltungen bis hin zu Bauten für Kommunikation und Verkehr – unabhängig davon, ob in öffentlicher, halböffentlicher oder privater Trägerschaft realisiert.

Mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2022 werden herausragende architektonische Leistungen im Kontext öffentlich genutzter Gebäude und Anlagen gewürdigt. Da ihre Entstehung ohne verantwortungsvolle und risikobereite Bauherren kaum denkbar ist, werden sowohl Entwurfsverfasserinnen und Entwurfsverfasser als auch Bauherrinnen und Bauherren ausgezeichnet.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

Zugelassen sind hervorragende, bereits realisierte Objekte, die aus städtebaulicher, architektonischer oder/und landschaftsplanerischer Sicht die Ziele beispielhaft erfüllen. Die eingereichten Maßnahmen müssen zwischen dem 01.01.2017 und dem 07.03.2022 in Niedersachsen fertig gestellt worden sein. Teilnahmeberechtigt sind Entwurfsverfasserinnen und Entwurfsverfasser, Bauherrinnen und Bauherren. Jede Person kann sich mit einem oder mehreren Objekten um den Staatspreis bewerben. Ausgeschlossen sind Objekte, die bereits bei einer der vergangenen Auslobungen des Staatspreises eingereicht wurden.

BEWERTUNGSKRITERIEN

Die Bewertungskriterien kommen in Abhängigkeit der im Einzelfall vorliegenden Merkmale zur Anwendung.

  • Städtebauliche Qualitäten
    Stadträumliche und stadtgestalterische Qualität
    Umsetzung klimaschutzorientierter städtebaulicher Aspekte
    Berücksichtigung integrativer Aufgaben des gesellschaftlichen Zusammenlebens
    Besondere konzeptionelle, identitätsstiftende Überlegungen
    Strahlkraft auf andere Bereiche der Umgebung / Stadtgesellschaft
  • Gestaltungsqualitäten
    Qualität der architektonischen Gestaltung: Konstruktion, Proportion, Raumbild
    Funktionalität und Gebrauchstauglichkeit
    Bedarfsgerechte Flexibilität und Variabilität
    Innovationsgehalt
    Gestalterische Wertigkeit / Detailausbildung
  • Nutzungsqualitäten
    Bezug zum Standort / Identifikation
    Ressourcenschonung sowie wirtschaftlicher Einsatz von Materialien (Nachhaltigkeit)
    Energieeffizienz
    Erweiterbarkeit und Entwicklungsfähigkeit / Flexibilität
    Akzeptanz bei Nutzerinnen und Nutzern / Nutzerwert
    Vorbildhafte Lebenszyklusbetrachtung